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Arbeitsaufgaben + umzu

von Roland Bühs

 

 

 

 

STATT EINES VORWORTS


Recherchiert man genauer in der erziehungswissenschaftlichen Literatur, erhält man ein
Konglomerat aus behavioristischen, konstruktivistischen, militaristischen uns sonst wie
organisierten Vorschlägen zur Definition von Arbeitsaufgaben + Umzu. Die Definitionen oder
Beschreibungen dieser Elemente in der Fachliteratur sind ziemlich unterschiedlich. Generell gibt
es in dieser Darstellung deshalb eine Menge Überschneidungen.
Als Orientierungsraster sei aber folgendes gegeben:

 

DEFINITIONEN

Aufgabentypen

Über eine qualitative Unterscheidung von Aufgabentypen wird deutlich, welche Anforderungen an
die Lernenden jeweils damit verbunden sind, z.B. Informationen zusammenstellen oder Rätsel
lösen. mündlich, schriftlich, gestalterisch, Produktion von usw. auch Lückentext, Multichoice – Hier
werden mehr die elementaren Aufgabentypen beschrieben, die sich fast optisch eindeutig
voneinander trennen lassen.

Denkfähigkeiten

Bei den Denkfähigkeiten, geht es um Fähigkeiten wie Erklären, Vergleichen, Schlussfolgern,
Ableiten, Zusammenfassen, Klassifizieren, Exemplifizieren oder Interpretieren.

Aufgabenformate

Mit dem Ausdruck Aufgabenformat soll vor allem die Art bezeichnet werden, in der eine Aufgabe
als Modell von Wirklichkeit gemeint ist oder zum Modell wird. Es scheint für die Analyse hilfreich,
mehrere Arten zu unterscheiden. Da aber jede dieser Arten viele Ausgestaltungen erfahren kann,
repräsentieren die Formate nur ein recht grobes Raster.
ODER
Text anfertigen, Notizen machen, Schlüsselwörter notieren usw. – Hier werden in der Regel die
Produktionsleistung der Schüler beschrieben, wie sie sich etwa niederschlagen in der
Aufgabenstellung: „Unterstreiche alle dir unbekannten Wörter!“

Aufgabenstellungen:

etwas beschreiben, etwas beantworten (die eigentliche zusammenhängende Beschreibung der
Aufgabe). – Hier werden in der Regel die kompletten Aufgabenstellungen verstanden wie z.B. in
der Aufgabenstellung: „Ziel unserer Aktivität ist es, eine Debatte zum Themas „Der Kunstlump“
vorzubereiten. Deine Aufgabe wird sein, für deine Gruppe („Grosz hatte genau recht“) den Text
auf schlagende Argumente hin zu untersuchen und diese für die Debatte im Hinblick auf mögliche
Gegenargumente zu sortieren. Stelle eine Liste von fünf möglichen Gegenargumenten auf und
ordne zu!“

Anforderungsbereiche:

Beziehen sich auf Stoffgebiete

Lernaufgaben

Lernaufgaben ermöglichen eine Art Interaktion zwischen der Aufgabe einerseits Schülern
andererseits. Diese Beziehung führt zu einem Lösungsprozess zur Aufgabenlösung. Eine solche
Form setzt also Lernprozesse in Gang.

Qualität einer Aufgabe

Die Qualität einer Aufgabe ist in der Regel nicht bereits durch ihren Aufgabentext festgelegt,
sondern wird durch den Umgang des Lehrers und der Schüler mit der Aufgabe mit bestimmt. Der
Qualitätsmaßstab wird sich an Kompetenzen orientieren, welche bei den Schülern entwickelt bzw.
gefestigt werden sollen, Insofern können gute Aufgaben der Qualitätsentwicklung eines Fachs
dienlich sein.

Übungen

Unter dem Begriff „Übung“ wird eine mehrfach wiederholte Ausführung bestimmter Tätigkeiten mit
dem Ziel der Ausbildung (auch Aufbau usw.) von Fertigkeiten verstanden - eine Übung ist damit
der Prozess zur Lösung einer Aufgabe. Geschlossene Übungen bewegen sich in einem
festgelegten Rahmen; offene Übungen bieten Schülern eine gewissen Wahl.

Fazit

  • Lernaufgaben sind „freie“ produktive Aufgaben, deren Lösungsprozess lernerorientiert geprägt
    ist. Faktoren wie Weltwissen, Strategien und Strategiewissen, Motivation sowie persönliche
    Erfahrungen der Schüler werden dabei immer mit einbezogen werden – sei es implizit oder
    explizit.
  • Das gilt auch für den lehrerorientierte Teil der Lernaufgabe. Natürlich sind hier auch
    Weltwissen, Strategien und Strategiewissen, Motivation sowie persönliche Erfahrungen der
    Lehrer die konstitutiven Elemente.
  • Lernaufgaben führen zu einem individuellen Lösungsergebnis, an dem, zumindest am
    externen Output, Lernfortschritte erkennbar sind.
  • Aufgaben werden immer nach bestimmten Zielvorstellungen generiert und stehen im engen
    Zusammenhang mit dem Ausgangsmaterial. In ihnen sind auch Angaben darüber enthalten,
    mit welchen Operationen die Ziele erreicht werden.
  • Auch das Zulassen von Fehlern und das Lernen aus Fehlern ist Teil der Lernaufgabe.
Eine ausführliche Erördterung zum Thema Aufgaben und Aufgabenstellung finden Sie in unserer Tauschbörse .