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 Spenden, Sponsoring, Werbung

                         

Vorbemerkungen:

 

Angesichts der ungünstigen Lage der öffentlichen Haushalte versuchen viele Schulen zusätzliche Geldquellen zu finden.

Grundsätzlich muss man dabei zwischen Spenden, Sponsoring und Werbung unterscheiden.

Während der Umgang mit Spenden unproblematisch erscheint, gilt es bei Sponsoring und Werbung einige Vorsicht walten zu lassen.

Wie kann man mit der Einwerbung von Fremdmitteln (Fundraising)  Geld verdienen und wie rechnet man die Einnahmen ab?

Welche kritischen Punkte gilt es zu beachten?

 

Lesen Sie dazu die folgenden Punkte.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

D. Petzoldt

 

 

Inhaltsverzeichnis:

 

(1)       Spenden

                        (a)        Begriffsbestimmung

                        (b)       Regelungen

 

 

            (2)       Sponsoring und Werbung

                        (a)        Begriffsbestimmung

            (b)       Ist  Sponsoring / Werbung erlaubt ?

(c)        Problematik,  kritische Überlegungen

 

 

            (3)       Wie erfolgt die Abrechnung?

            (4)       Praktische Beispiele für Sponsoring / Werbung

 

            (5)       Muster von Anschreiben an den Kunden (Beispiel 1 / Beispiel 2 )

 

 

(1)       Spenden

 

(a)        Begriffsbestimmung

Bei Spenden handelt es sich um eine zivilrechtliche Schenkung, die ohne Vorbedingungen oder Gegenleistungen gewährt wird.

Der Schenkende kann die Spende steuerlich absetzen, neben dem Imagegewinn ein weiterer Vorteil.

            Spenden können eine Zweckbindung haben, z.B. Instrumente für den Musikunterricht.

            Achtung: Der Zweck muss mit dem Bildungsauftrag der Schule vereinbar sein.

 

(b)       Regelungen

Sollten Eltern ehrenamtliche Tätigkeiten wie Betreuung von Schülern in der

            Mittagspause übernehmen, muss die Schule für eine Absicherung etwa bei Unfällen

            sorgen.

Die Annahme von Spenden ist von der Zustimmung des Schulträgers abhängig, was zumindest bei Folgekosten Sinn macht

            Der Schulträger darf eine Spendenbescheinigung ausstellen. Dabei könnte es Probleme

            geben, wenn der Gegenstand bereits steuerlich voll abgeschrieben wurde.

            Geldspenden müssen an den Schulträger oder (TIPP) am den Förderverein der Schule

            weitergeleitet werden, um unzulässige schwarze Kassen zu vermeiden.

 

 

(2)       Sponsoring und Werbung

 

(a)        Begriffsbestimmung

                       

            Die Unterschiede zwischen Sponsoring und Werbung sind nur graduell, deshalb wird

            beides hier nicht getrennt behandelt.

Als Sponsoring bezeichnet man die Zuwendungen von Geld- oder Sachmitteln, die die

            Schulen als Gegenleistung für die werbewirksame Herausstellung der Sponsoren

            erhält.

Sponsoring ist es, wenn nur das Logo von Mc Donalds gezeigt wird, (Produkt)- Werbung ist es, wenn auf einem Bild noch ein Big Mäc gezeigt wird. Sponsoring ist also etwas weniger problematisch.

            Sponsoring / Werbungs-Verträge werden durch die Schule, d.h. den Schulvorstand mit

            Zustimmung des Schulträgers geschlossen.

 

(b)       Ist  jegliches Sponsoring / jegliche Werbung  erlaubt ?

           

Aussage:  Sponsoring / Werbung durch und an Schulen ist weitgehend erlaubt.

            Wenn der Schule ein bestimmtes Budget zur Eigenbewirtschaftung zugeteilt

            wird, ist es nur logisch, dass die Schulen wirtschaftliche Einheiten werden und

            auch Einnahmen verbuchen können.. 

 

Einschränkungen:

Zuwendungen dürfen entgegengenommen werden, wenn die Werbung mit dem

Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule vereinbar ist und die Werbung

deutlich hinter dem schulischen Nutzen zurücktritt.

  

(c)        Problematik,  kritische Überlegungen

 

Die Problematik ergibt sich unter anderen aus den Einschränkungen.

 

Schulen mit ihren jungen Schülern, die sich noch leicht beeinflussen lassen, sind für

            Sponsoring / Werbung) ideal. Der Imagegewinn der freien Wirtschaft ist groß, auch

wird der werbende Effekt durch den Anschein verstärkt, die Firmen und ihre Produkte seien von der Schule geprüft und für gut befunden worden.

           

            Problematisch ist Sponsoring / Werbung, wenn es von Eltern gemacht wird, die

            zugleich Kinder auf der Schule haben, ebenso, wenn Unternehmen eine Schule

sponsern, die im Gegenzug öffentliche Aufträge an diese Firma erteilt.

Auch könnten Eltern oder Schüler sich darüber beschweren,  in der Schule, die zur Neutralität verpflichtet ist, von kommerzieller Zwangswerbung belästigt zu werden.

 

            Grenzwertig wird es bei Produkten, die der reinen Unterhaltung dienen oder deren

            Genuss die Gesundheit nicht fördert.

            Von politischer und religiöser Werbung ist nach unserer Meinung abzusehen.

Gerade bei religiöser Werbung denke man daran, dass christliche Kreuze als religiöse Symbole aus Klassenzimmern verbannt wurden.

 

Als Gegenleistung für den Aufwand bei Sponsoring / Werbung sollte sich die Schulleitung selbsterklärender Weise möglichst keine wertvollen Gegenstände schenken lassen.

 

(3)       Wie erfolgt die Abrechnung?

 

Einnahmen (und Ausgaben) kann man - mit Einverständnis der Gemeinde - über ein eigenes Schulkonto abrechnen.

Aber Achtung: Wichtig ist eine saubere Abrechnung, die auch vor dem

Rechnungsprüfungsamt Bestand hat!

 

            Es wird von der Schule ein Girokonto eingerichtet. Dabei erhält z.B. der Schulleiter

die Kontovollmacht und Verantwortung. Auf das Konto  können Beträge überwiesen

oder abgehoben werden, welche nichts mit dem Budget der Gemeinde zu tun haben.

 

            Näheres finden Sie hier: „Schulkonto: Eigenes Girokonto der Schule"

 

(4)       Praktische Beispiele für Sponsoring / Werbung

Der Schulfotograf

Basketballnetze mit Firmenwerbung

Firmenschilder in der Turnhalle (3-Jahresverträge mit Werbungsbetrag)

Kulturwoche (Organisation, Eintrittspreise, Sponsoring, Werbung)

Einrichtung eines Schülercafés

Betreibung eines Kiosks

 

Der Schulfotograf

Das Fotografieren der Schüler, sowohl einzeln als auch im Klassenfoto ist für den Fotografen sehr einträglich, entsprechend erwartet auch die Schule ein einträglicher Unkostenpauschalbetrag.

            Achtung (TIPP): Diese Einnahme der Schule ist ordnungsgemäß zu verbuchen, z.B.

            an den Förderverein zu überweisen, Beleg aufbewahren! (Bekannter Fall: Im

Zusammenhang mit Untersuchungen musste die Schulleitung Belege aus diversen

vergangenen Jahren offenlegen)

Schulrechtlich bedenklich aber gängige Praxis ist es, dass während der Unterrichtszeit fotografiert wird, auch wenn sicher ein Teil der Fotos für die Schülerausweise verwendet wird.

Ebenso bedenklich ist es, aber auch gängige Praxis, dass die Eintreibung des Geldes nicht vom Fotografen, sondern vom Klassenlehrer und / oder Klassensprecher vorgenommen wird.

 

            Basketballnetze mit Firmenwerbung

            Auf dem Schulhof sind im allgemeinen Spielgeräte aufgestellt. Leicht kann man

            auf entsprechenden Flächen Firmenwerbung anbringen, z.B. Werbung für eine

            Tageszeitung, usw.

 

            Firmenschilder in der Turnhalle (3-Jahresverträge mit Werbungsbetrag)

            Sehr viel Fläche befindet sich z.B. in Turnhallen. Sinnvoll sind Werbungsverträge

            über 3 Jahre mit schönen Schildern, auf denen auch die Firmenlogos platziert werden

            können, Miete z.B. ca. 200 € im Jahr.

           

Kulturwoche (Organisation, Eintrittspreise, Sponsoring, Werbung)

Eine Kulturwoche kann sich durch Eintrittspreise, Sponsoren und Werbung ohne

            andere Mittel selber tragen. Originelle Einfälle werden nicht fehlen.

            TIPP: Verkauf von Wein (an die Eltern) mit aufgeklebten Schullogo.

                        Ist auch gut als Geschenk geeignet, tolle Werbung für die Schule.

 

Einrichtung eines Schülercafés

Sie könnte auch von Eltern oder Schülern, die Freistunden haben,  betrieben werden.

            Der Erlös könnte problemlos an den Förderverein gehen.

            Natürlich ist der Verkauf von alkoholischen Getränken und Tabak unzulässig.

 

Betreibung eines Kiosks

            Man könnte z.B. einem interessierten Bäcker die Möglichkeit geben, bei eigener

            Investition in einen Verkaufsraumes geeignetes Gebäck und Getränk zu verkaufen,

            wo bei bei der Auswahl die Gesundheit der Schüler im Vordergrund stehen muss.

            Die Schule könnte dann beispielsweise mit 1 - 2 % an dem Umsatz beteiligt werden

            TIPP: Hier könnte es Probleme mit der Gemeinde geben, wenn sie nämlich auf dem

                        Standpunkt steht, dass diese Einnahmen ihr zustehen, da der Verkauf in ihren

                        Räumen vorgenommen wird.

 

            Natürlich muss mit dem Pächter ein entsprechender Vertrag geschlossen werden,

            solch einen hier aufzuführen würde aber - ohne Nachfrage - den Rahmen sprengen