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Tipps zur Klassenfahrt

(Auszug aus Hoegg: SchulRecht für schulische Führungskräfte, Beltz)

Als Ausgangspunkt einer Klassen- oder Kursfahrt wird in der Regel ein Gespräch mit der Lerngruppe stehen. Häufig wird der Wunsch einer Fahrt von der Klasse an den Lehrer herangetragen und zugleich mit einem Vorschlag gekoppelt, wohin man fahren möchte. Grundlage dafür ist meist der Bericht einer anderen Klasse, die von dem Ziel - aus welchen Gründen auch immer - begeistert war. Natürlich können Sie Ihre Klasse bestimmen lassen, wohin sie fahren will, aber Sie müssen es nicht. Denn Sie sind die pädagogische Führungskraft, Sie müssen dort die Aufsicht führen, Sie müssen das Ganze organisieren. Sie sind also nicht die Reiseleitung einer Urlaubsreise, die von Schülern und Eltern gebucht wird. Diesem Missverständnis gilt es von Anfang an vorzubeugen. Falls also ein Ziel vorgeschlagen wird, das Sie ablehnen, sollten Sie dies gleich unmissverständlich klarmachen, bevor falsche Erwartungen sich etablieren:

So wenig es möglich ist, eine Klasse zu einer Klassenfahrt zu zwingen, ist es möglich, dem Lehrer ein Ziel aufzuzwingen. Falls eine Einigung schwierig oder unmöglich erscheint, besteht die Möglichkeit, dass die Klasse mit einem anderen Lehrer an das gewünschte Ziel fährt. Da Klassenfahrten für Lehrkräfte eine enorme Belastung darstellen, sollten Sie notfalls ganz entspannt diesen Vorschlag machen. Denn es ist mehr als fraglich, ob ein anderer Kollege sich die damit verbundene Arbeit und Verantwortung aufhalsen will.

Da Sie mein Verfahren des Worst-Case-Szenarios kennen, werden Sie sich nicht wundern, wenn auch bei Planung und Durchführung der Fahrt immer wieder Schwierigkeiten auftauchen. Und da haben wir bereits das erste Problem: Zwei befreundete Schüler erklären bei dem von Ihnen vorgeschlagenen Ziel, eine Skifreizeit zu unternehmen, dass sie dann nicht mitfahren würden. Zwar sind die Schüler grundsätzlich zur Teilnahme an einer Klassenfahrt verpflichtet sind, aber nur grundsätzlich. Ein Zwang im juristischen Sinne ist nicht möglich, weil mit einer Klassenfahrt erhebliche Kosten verbunden sind und durch die Herauslösung aus dem Elternhaus (für eine Woche) auch das Erziehungsrecht der Eltern betroffen ist. Kinder, deren Eltern religiöse, gesundheitliche oder finanzielle Bedenken geltend machen, können folglich nicht zur Teilnahme gezwungen werden.

Und damit zurück zu den zwei Knaben, die damit drohen, nicht mitzufahren, wenn es an einem Ort geht, wohin sie nicht wollen. Mit diesem Problem werden Sie immer leben müssen. Nach meiner Erfahrung werden Sie kein Ziel finden, mit dem alle Schüler uneingeschränkt einverstanden sind. Andererseits zeigt die Erfahrung, dass die gemachten Vorbehalte oft nur ein Bluff sind, um die Entscheidung in die persönlich gewünschte Richtung zu bringen. Denn wenn alle anderen fahren, ist in der Regel der soziale Druck so groß, dass auch die Abweichler mitfahren, um nichts zu versäumen. Notfalls hilft auch der Hinweis darauf, dass nicht mitfahrende Schüler am Unterricht einer Parallelklasse teilnehmen müssen.

Gehen wir nun aber davon aus, dass die Klasse mit ihrem Vorschlag, eine Skifreizeit durchzuführen, einverstanden ist, natürlich nicht die beiden Abweichler. Die maulen immer noch.  [weiterlesen]

 

 

 

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